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Wikileaks - Die Folgen der Afghanistan-Leaks

Julian_ am Samstag, 31.07.2010 23:36 Uhr

Seit Wikileaks die Afghanistanprotokolle im Netz veröffentlichte vergeht kein Tag mehr ohne brisante Schlagzeilen über das Thema. Ständig findet man neue Fakten in den Unmengen an Dokumenten und auch Gründer Assange und sein Team werden fortwährend insbesondere von Amerika kritisiert. Nun ist plötzlich eine mysteriöse Datei auf der Webiste zu finden.

Seit Wikileaks 91.731 geheime US-Dokumente über den Afghanistankrieg im Netz veröffentlichte vergeht kein Tag mehr ohne brisante Schlagzeilen über das Thema. Ständig finden die Medien neue Fakten in den Unmengen an Dokumenten, welche großspurig angeprangert werden.

Die deutsche Bundeswehr und die Taliban
Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel sind in den Daten, Beweise dafür zu finden, dass die deutsche Bundeswehr mehr mit dem Kampf gegen die Taliban zu tun als bisher bekannt. Seit 2007 ließ man laut SPIEGEL mindestens 13 Personen auf eine Fahndungsliste der Nato setzen. Einer davon war der Taliban-Kommandeur Qari Bashir, der im Raum Kunduz rund 50 Kämpfer unter seinem Befehl hatte. Zwar wurde er als zu verhaften vermerkt, wurde aber von US-Truppen in einem mehrtägigen Einsatz getötet. Deutsche Einheiten sollen an diesem Einsatz allerdings nicht teilgenommen haben.

Neues vom Phantom bin Laden
Sogar über den wohl bekanntesten Terrorist Osama bin Laden sind Informationen im Dokumentenberg zu finden. Obwohl Amerikas Geheimdienste die Spur des Verbrechers angeblich verloren hat, ist der mögliche Aufenthaltsort Pakistan in den Protokollen vermerkt. Weiter berichtet man, dass sich bin Laden 2006 des Öfteren mit Talibankommandeuren im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet traf. Auch hätte er laut einem Informanten einem Selbstmordattentäter den Auftrag gegeben als Journalist getarnt zu Präsident Hamid Karsai vorzudringen und ihn zu töten. Und auch Wikileaksgründer Assange und sein Team werden fortwährend insbesondere vonseiten Amerikas mit Vorwürfen bombardiert.

Julian Assange - Gründer und Leiter von Wikileaks

Julian Assange - Gründer und Leiter von Wikileaks

Hat Julian Assange bereits Blut an den Händen?
Dieser Meinung ist auf jedenfall Mike Mullen, amerikanischer Generalstabschef. Er beurteilt die Veröffentlichung der Dokumente als lebensgefährlich für in die sich in Afghanistan befindenden Personen, seien es Soldaten oder die dort lebende Familien. Seiner Ansicht nach wären in diesem Fall die höheren Ziele seiner Organisation kein Argument. Diese Befürchtungen sind leider nicht gänzlich unbegründet. Die Dokumente könnten Informationen über Namen und Adressen von Afghanern die mit den Natokräften zusammenarbeiten sowie präzise GPS-Daten über deren Aufenthaltsorten beinhalten. Zabihullah Mujahid, ein Sprecher der Taliban kündigte sogar in einem Interview mit den Channel 4 News an, dass man die geleakten Protokolle untersuche und sofern man US-Spione finden würde, wüsste, wie man sie bestrafen werde.

Wer ist der Schuldige?
Wer die Protokolle Wikileaks zuspielte, fragt sich die halbe Welt, insbesondere die amerikanischen Geheimdienste. Um eine Antwort auf diese Frage zuerhalten bat die amerikanische Regierung sogar das FBI um Hilfe. US-Verteidigungsminister Robert Gates versprach eine "gründliche, aggressive Untersuchung", um den Leaker zu identifizieren, und sagte, dass Maßnahmen getroffen werden damit es nicht erneut zu einem solchen Vorfall kommen wird. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Hauptverdächtige Bradley Mannig sei, der auch bezichtigt wird das Collateral Murder Video weitergegeben zu haben. Ermittler hätten hierfür angeblich Beweise auf Manning’s Dienstcomputer gefunden. Manning wurde im Bezug auf das Video überführt, da vor dem Ex-Hacker Adrian Lamo damit angab, dass er verantwortlich für das Video sei, auf dem Soldaten von einem Helikopter aus Zivilisten töten. Von den Logfiles über den Afghanistankrieg war in diesem Chat allerdings nicht die Rede.

Nun ist plötzlich eine 1.4 Gigabyte große, mysteriöse Datei aufgetaucht welche den Namen „Insurance file“ trägt, was auf deutsch soviel wie „Versicherung Datei“ heißt. Sie steht auf wikileaks.org unter den anderen Afghanistandateien zum Download bereit und wird auch auf diversen Torrentseiten verbreitet. Der Inhalt der Datei ist allerdings mit dem Verschlüsselungsverfahren AES-256 unkenntlich gemacht worden. Dieser Schutz gilt als sehr sicher und es ist praktisch unmöglich den ursprünglichen Inhalt ohne das entsprechende Passwort wiederherzustellen. Momentan ist noch nicht klar was man mit der Datei versichern will und was der Inhalt der Datei ist. Gerüchte besagen, dass in der Datei noch viel größere Geheimnisse verwahrt sind deren Veröffentlichung der US-Regierung unangenehm sein könnten. Wenn Assange etwas zustoße, würden Helfer der Organisation das Passwort veröffentlichen und den Inhalt somit frei verfügbar machen. Natürlich sind dies nur vage Vermutungen. Aber ganz egal was sich in der Datei verbirgt, es scheint groß zu sein, denn 1.4 Gigabyte übersteigt sogar die Gesamtdatenmenge aller Wikileaksdateien.

Bild-Quellen: wikipedia

Text-Quellen: tagesschau, threedonia, countercurrents

tagsTags: wikileaks

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186 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • cathari am 18.08.2010 10:12:32

    Diese Geschichte mit der Uranmunition ist sowieso antiamerikanische Propaganda dessen technische Grundlage generell komplett falsch dargestellt wird. Eine halbwegs sachliche Argumentation kann das nicht sein, da du dich nicht wirklich mit dem Thema auseinandergeset...

  • Mordechai am 17.08.2010 22:28:39

    Darauf habe ich schon geantwortet und entsprechende Links gesetzt: In diesen Links wird sehr umfangreich der Konjunktiv verwendet. Und es sind meist Einzelfälle:Ein Bericht von Human Right Watch vom 8. Mai 2009 über die Verbrennungen von Ki...

  • cathari am 17.08.2010 10:19:09

    Brandwaffen und (vor allem) DU-Munition sind in Afghanistan vermutlich gar nciht eingesetzt worden. Abgereicherte Uran-Munition (auch nicht in Afghanistan weil Panzerabwehrwaffe) ist im übrigen auch nicht verboten (gibt ja auch keinen Grund dafür). Darauf habe ic...

  • HptmSlowMo am 17.08.2010 09:36:01

    @mordechai :T...

  • Mordechai am 17.08.2010 03:37:49

    Auch die Zahl der zivilen Opfer hat sich insgesamt erhöht - sie sterben durch Bombenexplosionen, durch Raketenangriffe, durch Sprengsätze am Straßenrand. Im ersten Halbjahr 2010 seien 1271 Afghanen ums Leben gekommen und 1997 verlet...

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